
Aachen 1887
- Büderich bei Neuss 1965
Ewald Mataré wird in Aachen am 25. Februar 1887 geboren. Seine
künstlerischen Neigungen werden besonders von der Mutter fördert . In
seiner Heimatstadt erhält der Künstler die ersten Ausbildung bei dem
Maler Eugen Klinkenberg. Danach kommt Mataré 1907 an die Kunstakademie
in Berlin. Als Meisterschüler wechselt der Künstler im Jahre 1912 zu
Arthur Kampf, der als einer der hervorragendsten Maler der
"offiziellen" Kunst gilt. Bei Lovis Corinth arbeitet Mataré 1914 ein
halbes Jahr. Die impressionistische Malweise Corinths überzeugt ihn
jedoch nicht.
1920 findet ein bedeutender Wandel in Matarés künstlerischem Schaffen
statt. Im Alter von mehr als dreißig Jahren wendet er sich der Grafik
und Bildhauerei zu. Tierplastiken avancieren zu Matarés Markenzeichen.
Der Bildhauer sucht in seinen Plastiken und Holzschnitten, statt
spontanem Ausdruck subjektiver Erlebnisse und Stimmungen, nach der
Klarheit und Objektivität der Formen. Diesbezüglich ist Matarés Werk
verwandt mit der organischen Abstraktion wie sie den Werken von Hans
Arp und Constantin Brancusi eigen sind.
Mataré wird 1932 an die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf berufen.
Schon ein Jahr später jedoch, wird der Künstler aufgrund
nationalsozialistischer Propaganda vertrieben. Alle öffentlich
ausgestellten Plastiken werden vernichtet. Sofort nach Kriegsende ruft
man Mataré an die Akademie zurück. Die vom Künstler 1947 gestalteten
Kölner Domtüren machen ihn zum bekanntesten deutschen Bildhauer der
Nachkriegszeit. Das Fenster im Westturm des Aachener Münsters und die
Portale der Weltfriedenskirche in Hiroshima, geben Zeugnis von einem
künstlerischen Schaffen, in dem die Grenzen zwischen Plastik und
angewandter Kunst verschmelzen und das so eine eigene Formensprache
etabliert. Auf Joseph Beuys übt Mataré einen besonderen Einfluss aus.
Beuys zählt zu seinen berühmtesten Schülern.
Ewald Mataré wird 1953 der Große Kunstpreis des Landes
Nordrhein-Westfalen verliehen. 1958 erhält er das Große Verdienstkreuz
der Bundesrepublik Deutschland. Das Stedelijk Museum in Amsterdam
zeigt, nach zahlreichen Einzelausstellungen, noch zu Lebzeiten des
Künstlers, eine Retrospektive seines Schaffens. Der Künstler stirbt im
Alter von 78 Jahren in Büderich bei Düsseldorf. Der Kölnische
Kunstverein zeigt ein Jahr eine große Gedächtnisausstellung zu seinen
Ehren.